Clara, Peer-Beraterin [U25], Berlin
Selbstmord, Suizid. Am Ende steht in beiden Fällen ein Mensch, der sich dazu entschieden hat, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Ist es dann wichtig, mit welchen Worten wir das beschreiben, ist es nicht Wortklauberei, Suizid oder Selbsttötung zu bevorzugen und Selbstmord oder gar Freitod zu meiden? Keineswegs, denn Sprache ist Macht und viele Worte bringen mehr mit, als nur eine einzige Bedeutung. Der Begriff „Mord“ ist in unserer Gesellschaft sehr eindeutig besetzt. Es ist ein Verbrechen, wohl eins der schwersten überhaupt. Eine Tat, die wir hart verurteilen. Und so hat der Mensch, der Selbstmord begeht, nicht nur seinem Leben ein Ende gesetzt, sondern dem Wort nach auch noch ein abscheuliches Verbrechen an sich selbst verübt.
Selbsttötung ist jedoch eine sehr persönliche Entscheidung, die wir vielleicht nicht gutheißen, aber auch nicht als Verbrechen wahrnehmen sollten. Indem wir einen weniger negativ besetzten Begriff wie „Suizid“ nutzen, können wir es neutraler sehen. Es gibt uns die Möglichkeit, Menschen die so verzweifelt sind, dass sie nicht mehr leben wollen, nicht zu verurteilen, nicht als bösartige Täter in eine Ecke zu stellen.
Und nicht zuletzt erlaubt es uns, anders über dieses doch sehr berührende Thema zu kommunizieren, ohne es zu kriminalisieren oder mit noch mehr Tabus zu besetzen, als es sowieso schon ist.